Zartzig
Das kleine Dorf Zartzig liegt etwa 2,5 Kilometer südöstlich von Stargard am Krampehl,
der die Orte Zartzig und Schwendt trennt. Der Amtsbezirk war Hansfelde, wo sich
auch das Standesamt befand. Der heutige polnische Name ist Strachocin. Im Jahre 1939
lebten in Zartzig 400 Einwohner in 101 Haushalten. Sie war damit nur geringfügig
höher als im Jahr 1910. Bei dieser Volkszählung wurden 379 Einwohner gezählt. Zu
Zartzig gehörte die "Hammermühle",
3 km östlich von Zartzig, am Krampehl in Richtung Gut Karolinenthal. Hier lebten
im Jahr 1905 11 Einwohner. Die nächste Eisenbahnhaltestelle war in Stargard. Im Ort
gab es eine Poststelle, eine Brennerei und eine Spar- und Darlehnskasse.
Geschichte
nach Brüggemann 1784
Im Jahr 1600 erwarb die Stadt Stargard Zartzig als Kämmereidorf, das bis dahin Lehen
des Johanniterordens war, die den Besitz 1229 vom Herzog Barnim I. bestätigt bekamen,
mit der Erlaubnis, dort Deutsche anzusiedeln, 1/4 Meile von Stargard, südostwärts
am Krampehl, welcher dieses Dorf vom Dorf Schwendt trennt, an der Straße Stargard
- Zachan. Vorwerk von 8 Ritterhufen (Landmaß) mit reichlich Heuschlag; 14 Bauern,
6 Coßäthen, 1 Küster, 1 Predigercolonus, 33 Feuerstellen, eine zur Stargarder Synode
gehörige Kirche, Filiale zu Hansfelde, mittelmässige
Äcker und wenig Weiden.
Kirche
Der Findlingsbau ist eine Tochterkirche zu Hansfelde. Die Schichtung der Steine ist
so regelmässig, daß sie an einen Quaderbau erinnert, doch sind ältere Einzelformen,
aus denen dies sicher festgestellt werden könnte, nicht erhalten. Im Westen steht
ein Holzturm mit geschindelter, viereckiger Haube. Der Altaraufsatz ist eine Barockschnitzerei
des 18. Jahrhunderts. In der Predella ist ein Abendmahl, im Mittelfeld der Gekreuzigte
und im oberen Feld Pauli Bekehrung in Öl auf Holz gemalt. In das Gestühl sind die
Namen der Pastoren und der Kirchenvorsteher seit 1797 geschnitzt. Die Hängekrone,
ein Bronzeguß für sechs Kerzen, stammt aus dem Jahr 1606. Der Kirchturm trug zwei
Glocken, beide hatten einen Durchmesser von 84 cm. Ein Bild von Reiz und Schönheit...
Hinter Zartzig, dort wo der Weg nach Karolinental rechts in den Krampehlkessel abbiegt,
war eine rundliche Einsenkung von 500 Metern Breite. Hier fliesst der wasserreiche
Krampehlbach, umsäumt von Erlen und einem Reichtum von zahlreichen Pflanzenarten,
eingefasst vom dichten Holmwalde des Rohrs und des Wasserschwadens. Es waren dort
die Doldenpflanze „Engelwurz", und das „Sumpfkreuzkraut" zu finden und an einigen
Stellen auch der „astige Igelkolben". In der Maienzeit hatte der Blütenflor besonders
das Wiesengelände vor der Hammermühle mit weißen und gelben Anemonen bedeckt, ab
und zu waren wohlriechende Veilchen zu finden. Es war ein Bild voller Reiz und Schönheit.
Für
den Naturfreund war der Weg am Bachlauf des Krampehls, hinter Hammermühle ein wundervolles
Erlebnis.