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Nörenberg


Die unter königlichem Patronat stehende Stadtkirche in Nörenberg

stand seit Jahrhunderten an der Nordostecke des Marktplatzes.

Es ist überliefert, daß der Turm im Jahre 1652 abgebrannt und eingestürzt

ist. Er wurde nicht wieder aufgebaut, auch nicht, als die Kirche im Jahre

1770 "ansehnlich" erweitert wurde. Die Glocken hingen in einem Glockenturm

und die Uhr befand sich in einem Uhrenhaus. 1858 wurde die alte Kirche

abgebrochen und an ihrer Stelle ein neues Gotteshaus errichtet, das am

21. Juni 1860 unter Beteiligung der ganzen Kirchengemeinde durch den

Generalsuperintendenten geweiht wurde.

Der Kirchturm nahm die beiden 1660 gegossenen Glocken auf, die nun die

Bürger der Stadt aus großer Höhe zu innerer Einkehr riefen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kirche zerstört und vollständig abgetragen.

                                                                                                                                                         

Reste der alten Stadtmauer auf der Südseite der Stadt zeigten den Unterbau eines Wikhauses und zu beiden

Seiten ein Stück Mauer, beides aus Findlingen errichtet. Das ehemalige Schloß der v. Wedel befand sich am Südostende der Stadt. Zu sehen waren Schutthalden und Teile des Unterbaues eines von Gräben umgebenen festen Hauses, das ein längliches Rechteck mit Ecktüren bildete. Die Bauformen des Hauses, in der Hauptsache aus Findlingen errichtet, waren schon lange nicht mehr zu erkennen. 1812 lagerten die Franzosen auf dem Jürgelsberg.

Dicht bei Nörenberg liegt in der Nähe der Langen Straße der Jürgelsberg, ein Sandberg, welcher jetzt teilweise bebaut ist. Hier soll, wie erzählt wird, ein Galgen gestanden haben; darum ist es dort nicht richtig. Im Jahre 1812 haben da

viele Franzosen, die in der Nacht dort halb verhungert ankamen, ihr Grab gefunden. Sie lagen dort durcheinander,

Tote und Lebende. Kaum hatten die Überlebenden noch die Kraft, die Nörenberger kläglich um Brot zu bitten. Ein

Franzose ist voll Entsetzen unter einem Haufen Leichen hervorgekrochen und nach Alt Storkow gelaufen. Dort sollen noch Nachkommen von ihm leben. Wie die Franzosen 1812 stolz gegen Rußland zogen, riefen ihre Trommeln hell

und fröhlich: „Semmeln und Wein! Semmeln und Wein!" Als sie aber ganz erschöpft im Winter wieder zurückkamen,

klangen die Trommeln dumpf und traurig: „Kartoffelsupp, Kartoffelsupp!" Aus Mitleid haben die Leute ganze Eimer

Suppkartoffeln ihnen hingebracht. 


                    

                                                              















                                                             

                                                               


Über die Gründungszeit der Stadt liegen einwandfreie Angaben nicht vor. Es scheint aber festzustehen, daß

Nörenberg etwa zur Regierungszeit Albrechts des Bären und des Askanischen Markgrafen (1134—1168)

gegründet wurde und etwa 100 Jahe später Stadtrecht erhielt. Nach Bendlin erhielt Nörenberg in den Jahren 1234

bis 1249 das Stadtrecht. Bekanntlich wurden die meisten Städte Pommerns im 13. Jahrhundert gegründet. 1338

wurde die Stadtbefestigung von Nörenberg, die noch teilweise erhalten war, verstärkt. 1372 war Nörenberg als Mediatstadt im Lehnsbesitz der Herren von Wedel und blieb in deren Besitz bis ins 17. Jahrhundert. Nörenberg lag

ferner im Machtgebiet des Deutsch-Ritterordens und wurde im Kampf mit den Polen 1421 völlig zerstört.  

Bis zum Jahre 1816 gehörte Nörenberg zur Neumark (Kreis Arnswalde) und kam erst dann zur Provinz Pommern.

Außer Resten der alten Stadtmauer und der evangelischen Kirche, einem Ziegelrohbau aus dem Jahr 1860, bot die

Altstadt wenig an Sehenswürdigkeiten. 






















                                                                                       






Foto: Frau A.Wachsmuth
  Nörenberg
Lange Straße in Nörenberg um 1905
Nörenberg 1931