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Klein Lienichen
Klein Lienichen liegt etwa fünf km westlich von Nörenberg zwischen der westlichen
Spitze des Enzigsees (Lienicher Lanke) und dem Lienicher See. Der Ort umfasst das
Dorf und ein Rittergut. Nach der Volkszählung im Jahr 1905 zählte die Gemeinde 173
Einwohner, bei der Volkszählung im Jahr 1910 waren es 211 Einwohner und im Jahr 1939
lebten in Klein Lienichen 347 Einwohner in 85 Haushalten. Der letzte Bürgermeister
der Gemeinde hieß Lois Stange. Die Schule leitete Emil Buk. In Klein Lienichen standen
die Amtsverwaltung und das Standesamt, in Nörenberg das Amtsgericht. Die Saatziger
Kleinbahn hatte dort an der Strecke Stargard -

Klein Lienichen
Auf schwerem Boden (Lehm-
Die
Kirche, ein Fachwerkbau mit niedrigem Westturm, war eine Tochterkirche zu Zeinicke.
An der Altarwand war ein mittelalterlicher Altarschrein mit den Schnitzfiguren der
Anna, Maria und eines Märtyrers aufgestellt. Die Kanzel war eine schlichte Schnitzarbeit
der Barockzeit. Die Taufe aus dem Jahre 1710 war ebenfalls aus Holz geschnitzt und
wie die Kanzel eichenfarbig überstrichen. Letzter Pfarrer des evangelischen Kirchspiels
Zeinicke war Pastor Breithaupt. Das Rittergut Lienichen gehörte ehemals zum Dramburger
Kreise der Neumark, später zum Kreise Saatzig. Es bildete seit rund fünfhundert Jahren
einen Güterkomplex mit den Vorwerken Friedrichsthai, Karlshof, Ziegenberg und dem
Rittergut Langenhagen und hat sich in diesem Zeitraum in ununterbrochener Erbfolge
in den Händen der Familie von Mellenthin befunden. Ursprünglich war Lienichen, das
früher Linicke hieß, ein Wedelsches Lehen. Unter dem Regierungsrat Friedrich von
Mellenthin wurde 1852 das Herrenhaus neu erbaut, das sich, von seinen Wirtschaftsgebäuden
umgeben, über einem See erhebt und selbst aufweite Sicht den neugotischen Geschmack
seiner Zeit nicht verleugnen konnte.