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Neu Damerow
Neu Damerow liegt ca. zehn Kilometer nordöstlich von Stargard, nahe dem Krampehl.
Das Amtsgericht war in Stargard. Der Amtsbezirk war Uchtenhagen, wo sich auch das
Standesamt und die Post befanden. Neu Damerow hatte eine Haltestelle der Saatziger
Kleinbahn: Stargard -
Die Bewohner von Neu Damerow gingen nicht in das Kirchdorf, in dem die Pfarre war, sondern der Pastor kam in das Dorf, um dort den Gottesdienst zu halten. Gewöhnlich gehörten mehrere Dörfer zu einer Kirche; also hatte der Pastor am Sonntagvormittag mindestens zwei Gottesdienste zu halten. Neu Damerow bildete mit Uchtenhagen ein Kirchspiel (Parochie). Das Pfarrhaus stand in Uchtenhagen. Bei dem Pastorenmangel der letzten Jahre aber war diese Pfarrstelle unbesetzt, so daß die Nachbarpfarrer diese mitbetreuen mussten. So kam es, daß der Pastor aus Pegelow den Gottesdienst in Neu Damerow hielt. Da aber zu seiner Pfarre außer den beiden Kirchen Pegelow und Dahlow, in denen abwechselnd der Gottesdienst stattfand, auch noch die Kirche in Wülkow gehörte, konnte der Pastor nicht jeden Sonntag nach Neu Damerow kommen. An jedem zweiten oder dritten Sonntag mußte dann der Lehrer und Organist einen „Lesegottesdienst" halten. Des geringen Besuches wegen ließ man ihn schon in den letzten zehn Jahren ausfallen.

Wie in einer Reihe von Nachbardörfern war auch in Neu Damerow das Kirchengebäude
aus den reichlich vorhanden gewesenen Findlingen erbaut worden. Daß es schon aus
der vorreformatorischen Zeit stammte, bewiesen die mancherlei holzgeschnitzten Heiligenfiguren,
die sich bis 1883 an Kanzel und Gestühl erhalten hatten. In jenen Jahren ließ der
Gutsbesitzer Spiegel die Kirche renovieren. Nicht nur Kanzel und Gestühl wurden erneuert,
sondern auch die alten kleinen rechteckigen Fenster und der Haupteingang erhielten
gotische Formen. Als letzte Vervollständigung kam 1890 noch eine kleine Orgel auf
einer Empore am Westgiebel hinzu. Das Kirchenschiff wurde oben von einer Balkendecke
abgeschlossen. Der ganze Raum war in freundlichen Farbtönen getüncht. Der Kirchturm
war an den Westgiebel angebaut. In seinem Ziegelfachwerk war die Jahreszahl 1737
zu lesen. Der Turm war über 15 Meter hoch. Der obere Teil trug Holzverkleidung. Die
beiden Dachsimse sowie das Helmdach waren mit Schiefer gedeckt .Der Glockenstuhl
des Turmes war für zwei Glocken eingerichtet. Leider fehlte seit dem Ersten Weltkrieg
die große Glocke.